Monday, 17 October 2011

Sodbrennen - Untersuchung und Behandlung



Was der Arzt wissen muss
Am sinnvollsten ist es, sich ein wenig auf den Arzttermin vorzubereiten -die meisten Patienten sind dann we­niger nervös und können dem Arzt ihre Symptome besser und vor allem vollständig schildern.
Selbstverständlich müssen Sie Ihrem Arzt mitteilen, wie häufig Sie unter Sodbrennen leiden, ob Sie große Schmerzen haben und ob wei­tere Beschwerden mit dem Sodbren­nen einhergehen. Vielleicht leiden Sie ja nach dem Essen unter einem Völlegefühl oder Sie haben außerdem regelmäßig Magenschmerzen. Der Arzt muss auch erfahren, wann das Sodbrennen in der Regel auftritt: nach dem Verzehr bestimmter Spei­sen, nach dem Genuss alkoholischer Getränke, nachdem Sie sich hingelegt haben usw. Machen Sie sich vor dem Arzttermin darüber ein paar Gedan­ken - auf die Schnelle fallen einem diese Informationen nämlich oft nicht ein.
Teilen Sie Ihrem Arzt auch mit, wenn Sie häufiger Alkohol trinken oder rauchen bzw. ob Sie regelmäßig Medikamente nehmen und wenn ja, welche dies sind (auch die Einnahme der Antibabypille sollte nicht verges­sen werden). Ob bei Ihnen Überge­wicht vorliegt, kann der Arzt aller­dings meistens selbst feststellen.
Unbedingt mitteilen müssen Sie Ihrem Arzt, wenn es zu Blutungen der Speiseröhre gekommen ist und Sie diese mitbekommen haben - etwa, weil Sie ausspucken mussten und et­was Blut beigemischt war. Auch über Schluckstörungen müssen Sie dem Arzt Auskunft geben, denn das kann auf eine fortgeschrittene Speiseröh­renentzündung mit narbigen Verän­derungen der Speiseröhrenwand hin­deuten.
Falls Sie sich in der Apotheke be­reits frei verkäufliche Medikamente gegen das Sodbrennen besorgt und eingenommen haben, muss das der Arzt selbstverständlich auch wissen. Je nachdem, ob die Arzneimittel ge­holfen haben oder nicht, kann er un­ter anderem einschätzen, wie stark die Beschwerden sind.
Eine bestehende Schwangerschaft dürfen Sie dem Arzt ebenfalls nicht verschweigen. Schließlich ist vor al­lem in den ersten Wochen und Mo­naten eine Schwangerschaft für Außenstehende oft nicht ohne weite­res zu erkennen. Der Arzt muss sich jedoch darauf einstellen, damit er Ih­nen kein Medikament verschreibt, das dem ungeborenen Kind schaden könnte. Außerdem könnte die Schwangerschaft mit ihren besonderen hormonellen Umständen ja auch die Ursache für das Sodbrennen sein.
Von weiterem Interesse für den Arzt ist natürlich auch die allgemeine Verfassung seines Patienten - dazu gehört auch die seelische Verfassung, die von vielen Betroffenen leider noch immer außer Acht gelassen wird. Vielleicht hatten Sie in der letz­ten Zeit ja so viel Stress und Ärger, dass Ihnen diese Belastungen im wahrsten Sinn des Wortes auf den Magen geschlagen sind und dazu bei­getragen haben, dass es zu Sodbren­nen gekommen ist. Teilen Sie dem Arzt also ruhig mit, wenn Sie in der letzten Zeit unter großer Anspannung gelitten haben, wenn Sie z. B. im Be­ruf großen Belastungen ausgesetzt sind oder wenn Sie private Probleme haben. Ins Detail müssen Sie gegenüber dem Arzt dabei natürlich nicht gehen. Es reicht schon, wenn Sie die­sen Punkt einfach nur ansprechen. Ihr Arzt wird Ihre Auskünfte dann in die Diagnose einbeziehen.

Der Check des Körpers
Nach der Erhebung der Kranken­geschichte (Anamnese) beginnt nun die eigentliche körperliche Untersu­chung. Vermutlich wird der Arzt zunächst einen Blick in Ihren Rachen werfen, auch wenn er die Speiseröhre auf diese Weise natürlich noch nicht untersuchen kann. Dennoch wollen viele Ärzte erst einmal sehen, ob die Zunge belegt oder der Rachen gerötet ist. So erhält der Arzt einen Hinweis, ob eine Infektion vorliegen könnte.
Außerdem wird der Arzt vermut­lich zunächst durch Untersuchungen und Nachfragen andere Krankheiten, vor allem Erkrankungen der Herz­kranzgefäße, so genannte koronare Herzerkrankungen, ausschließen wol­len, denn diese können sich mit ähn­lichen Beschwerden, wie sie auch beim Sodbrennen auftreten, äußern. Eine Herzerkrankung verlangt selbst­verständlich eine völlig andere Thera­pie als eine Refluxkrankheit.
Danach wird der Arzt schließlich eine Spiegelung der Speiseröhre vor­schlagen, Um sich einen Überblick über deren Zustand zu verschaffen.
Möglicherweise wird er diese Untersu­chung mit einer Magenspiegelung verknüpfen - eventuell um eine Ge­webeprobe zu entnehmen, weil er ei­ne Besiedelung der Magenschleim­haut mit der Bakterienart Helicobac­ter pylori vermutet. Dieses Bakterium wirkt im Einzelfall an der Entstehung einer Refluxkrankheit mit.

Die Spiegelung der Speiseröhre und des Magens
Eine Speiseröhrenspiegelung (Öso­phagoskopie) bzw. eine Magenspiege­lung (Gastroskopie) wird mit ein und demselben Instrument vorgenom­men: mit einem so genannten Endo­skop. Dies ist ein Gerät mit einer spe­ziellen Optik, das in Körperöffnungen eingeführt wird und mit dem das Innere des Körpers betrachtet wer­den kann. Selbstverständlich können durch diese Untersuchung auch kleinste Veränderungen der Spei­seröhrenwand festgestellt werden. Durch einen weiteren Kanal können kleine Instrumente (z. B. winzige Skalpelle oder Zangen) in den Körper eingeführt werden, beispielsweise wenn es notwendig werden sollte, ei­ne Gewebeprobe zu entnehmen.
Das bei der Speiseröhren- und der Magenspiegelung verwendete Endo­skop sieht wie ein Schlauch aus - es muss schließlich durch den Rachen bis zum Magen (oder in ihn hinein) geschoben werden können. Daher kommt auch die umgangssprachli­che Redewendung „einen Schlauch schlucken", wenn von der Magen­spiegelung gesprochen wird.
Der Arzt wird noch nicht sofort bei Ihrem ersten Besuch eine Speise­röhrenspiegelung vornehmen, denn zu dieser Untersuchung müssen Sie nüchtern beim Arzt erscheinen. Außerdem wird er Sie sicher erst ein­mal auf diese Untersuchung vorberei­ten, denn die meisten Menschen beschleicht ein komisches Gefühl, wenn der Arzt ihnen mitteilt, dass er eine Speiseröhrenspiegelung durch­führen möchte. Durch ein klärendes Gespräch mit dem Arzt können je­doch in der Regel die meisten Ängste genommen werden.
Vor einer Speiseröhrenspiegelung betäubt der Arzt den Rachenraum des Patienten, um ihnen das Schlucken des Schlauchs zu erleichtern. Auf Wunsch erhalten die Betroffenen auch ein beruhigendes Medikament, das es ebenfalls erleichtert, das Endo­skop in die Speiseröhre einzuführen. Wenn Sie sich für die zweite Variante entscheiden, müssen Sie allerdings beachten, dass Sie nach der Untersu­chung ein wenig „außer Gefecht" ge­setzt sind. Ihre Reaktionsfähigkeit ist erheblich herabgesetzt. Aus diesem Grund sollten Sie eine Begleitperson mit zur Untersuchung nehmen, die Sie mit dem Wagen nach Hause fah­ren kann. Sie selbst dürfen sich unter keinen Umständen hinter das Steuer setzen.
Entdeckt der Arzt bei der Spiege­lung der Speiseröhre eine Verände­rung der Schleimhaut, wird er sicher­lich eine kleine Gewebeprobe entneh­men. Auch davor braucht sich nie­mand zu fürchten, denn schmerzhaft ist diese Prozedur nicht. Der Arzt wird mit dem Endoskop auch den Magen und den Zwölffingerdarm untersu­chen.
Lange dauert die Untersuchung nicht - nach ein paar Minuten, im Normalfall spätestens nach einer Viertelstunde, ist die Spiegelung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms bereits vorüber.

Auch Ultraschall wird manchmal eingesetzt
In manchen Fällen ordnet der Arzt eine zusätzliche Ultraschalluntersu­chung an. Mit dieser Methode, die auch Sonographie genannt wird, kön­nen vor allem Veränderungen im Bauchraum aufgespürt werden. Eine Ultraschalluntersuchung der Spei­seröhre von außen findet nicht statt. Manchmal wird der Arzt jedoch eine so genannte Endosonographie durchführen. Bei dieser Untersu­chung wird ein kleiner Ultraschall­kopf, der sich am Ende eines  Schlauchs befindet, in die Speiseröhre, den Magen oder den Zwölffingerdarm eingeführt. Der Ultraschallkopf  sendet Schallwellen aus, die vom  Körpergewebe unterschiedlich stark  zurückgeworfen werden. Diese reflektierten Wellen werden dann in ein Bild umgesetzt.
Mithilfe der Sonographie - insbe­sondere der Endosonographie - kann der Arzt feststellen, wie weit sich z. B. Geschwüre in der Speiseröhren- oder Magenwand bereits ausgebreitet ha­ben. Eine Routineuntersuchung bei Sodbrennen oder der Refluxkrankheit ist die Endosonographie jedoch nicht.

Messung des Säuregehalts
Stellt der Arzt Veränderungen der Speiseröhre fest, die auf den Rückfluss von Magensäure hindeuten, wird er möglicherweise auch eine Bestim­mung des Säuregehalts in der Spei­seröhre vornehmen. Eventuell führt er diese Untersuchung auch durch, wenn keine Veränderungen der Spei­seröhre sichtbar sind. Zur Bestim­mung des Säurewerts wird dem Pa­tienten wiederum eine kleine elektri­sche Sonde in die Speiseröhre einge­führt, die misst, wie hoch der Säurege­halt an unterschiedlichen Stellen der Speiseröhre ist. Auf der Basis dieser Er­gebnisse kann der Arzt oft auch Rück­schlüsse auf die Schwere der Reflux­krankheit ziehen.

Manometrie -was ist das?
Falls der Arzt Ihnen vorschlägt eine Manometrie durchzuführen, heißt das, er will den Verschluss des Magens zur Speiseröhre prüfen. Mithilfe eines Spezialgeräts untersucht er, wie stark der Druck im Bereich des Übergangs von der Speiseröhre zum Magen ist und ob er noch ausreicht, um den Verschluss des Magens aufrechtzuer­halten.

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